ISO 9001:2015 & IATF 16949

GAD hat das Audit für Managementsysteme 2017 erfolgreich absolviert. Die innovative Unternehmenskultur spielt eine wichtige Rolle

Prüfung zur ISO 9001:2015 & IATF 16949

Audit erfolgreich absolviert

Mit der ISO 9001:2015 und der vertiefenden IATF 16949 hat sich ein neues Verständnis von Qualitätsmanagement in Strukturen und Prozessen etabliert. Regelt die ISO 9001 generell und branchenunabhängig die Grundlagen von Managementsystemen in Unternehmen und Institutionen, so fokussiert die IATF speziell auf industrielle Prozesse, die wiederum aus der Automobilbranche abgeleitet sind. Für GUTMANN ALUMINIUM DRAHT als Zulieferer der Automobilindustrie ist daher insbesondere die IATF Qualitätsindikator.

 

QMB in der ISO-Definition: vom Kontrolleur zum Navigator

Zuerst zu den generellen Entwicklungen durch die ISO 9001:2015: Vor der Normrevision 2015 galt der Qualitätsmanagement-Beauftragte (QMB) als Knotenpunkt von Qualitätssicherung, mit der Folge, dass die anderen Akteure im Unternehmen Herausforderungen in diesem Kontext gern an den QMB delegierten. Heute ist die prozessuale Risikobewertung in allen Bereichen gefordert, Verantwortung verteilt sich stärker ins Unternehmen hinein. Im System der GAD spiegelt sich das in den jeweils definierten Aufgaben- und Verantwortungsbereichen. Zugleich bedarf es der engen Abstimmung und Kooperation mit anderen Kompetenz- und Verantwortungsbereichen. Damit ändert sich auch das Profil des Beauftragten für Qualitätsmanagement. Bei GAD zeichnet Stephan von Galkowski für den Bereich Qualitätsmanagement verantwortlich. Sein Profil heute ist weniger das des Kontrolleurs und Umsetzers, stärker das des Steuerers und Strategen für eine qualitativ zukunftsfähige Aufstellung der GAD.

IATF: B-2-B Kundensicherheit und – Kundenkomfort im Mittelpunkt

Die IATF-Standards stellen in puncto Qualitätsmanagement und -sicherheit die Kundenbedürfnisse B-2-B in den Mittelpunkt. Entscheidend für die Standardisierung von Kundenbedürfnissen innerhalb einer Liefer- und Wertschöpfungskette interagierender Unternehmen ist der abschließende Hersteller, der Original Equipment Manufacturer (OEM), wie beispielsweise VW oder BMW. Sämtliche Prozesse in der Zuliefererkette resp. der dem OEM vorgeschalteten weiterverarbeitenden Industrieunternehmen orientieren sich an den vom OEM gesetzten Standards. GAD etwa liefert nicht direkt an den OEM BMW, hier ist noch ein weiteres weiterverarbeitendes Unternehmen zwischengeschaltet. Dennoch gelten die OEM-Standards auch für GAD. Das Spektrum der Standards erstreckt sich von der eigens hierfür geschaffenen neuen Position des Produktsicherheitsbeauftragten (PSB) bis zu kontinuierlichen Prozess- und Produktüberprüfungen, der „total productive maintenance (TPM). Bei GAD zeichnet Stephan von Galkowski verantwortlich für die Position des PSB.

Im Rahmen von TPM steht die vorbeugende Instandhaltung im Fokus. Es geht um u. a. mögliche Maschinenausfälle oder qualitativ nicht mehr auf dem aktuellen Stand befindliche Anlagen. So gilt es, ein besonderes Augenmerk auf kritische Ersatzteile zu haben:

  • Wie hoch ist das Ausfallrisiko?
  • Sind Wartungen noch möglich und welchen Kostenfaktor stellen sie dar?
  • Wie lange würde eine Wiederbeschaffung nicht mehr reparabler Ersatzteile dauern?
  • Sind spezielle Teile überhaupt noch auf dem Ersatzteilmarkt verfügbar?

Entsprechende frühzeitige Risikobewertungen signalisieren dem Kunden Sicherheit für seine Termin- und Fertigungsplanung.

GAD-Rezertifizierung: Erfordernis Kommunikation im Wachsen

Beim Abschlussbericht im Nachgang zur Rezertifizierung „Strukturen und Prozesse der GAD 2017“ signalisierte Auditor Herbert Kohmer ( Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen (www.dgq.de DGS)): Speziell durch die seit Frühsommer 2015 eingeführte Unternehmenskultur einer lernenden Organisation ist die gesamte Mitarbeiterschaft der GAD, von der Geschäftsführung über die prozessual-steuernden Führungsebenen bis zur operativen Produktion, für das strategisch fundierte Verständnis der ISO 9001:2015 & IATF 16949 gut aufgestellt. Mit einem Vorbehalt: „Die gegenseitigen Anforderungen in den ineinandergreifenden Prozessen müssen noch transparenter werden“. Wer kommuniziert mit wem? In einer lernenden Organisation stellt dies eine besondere Herausforderung dar. Klassische Führungskräfte wie Produktionsleiter und Schichtführer gibt es nicht mehr, damit ist auch das Abschieben von Verantwortung nicht mehr möglich. Jeder einzelne ist verantwortlich für reibungsfreie Abläufe in seinem Arbeitsumfeld, für Mitarbeiterzufriedenheit und Motivation. Alexander Dasch, F&E, würdigt das Audit als „wirkungsvolles Instrument, um solche Herausforderungen zu erkennen und abzubauen“.

Was kommt nun? SWOT auch für die QM?

SWOT-Analysen waren bei GAD bislang dem Vertrieb vorbehalten. QMB und PSB Stephan von Galkowski sieht die SWOT-Analyse grundsätzlich als sinnvolles Instrument für ein strategisch fundiertes Verständnis von QM. Im Vordergrund aber steht für ihn die Transparenz risikobehafteter Prozesse, für deren Erkennen es verschiedene Instrumente gibt. Die SWOT ist das am stärksten ins analytische Detail gehende Verfahren.

Im Verständnis der SWOT-Analyse, also der Analyse von

  • Strengths (Stärken) des Unternehmens
  • Weaknesses (Schwächen) des Unternehmens mit
  • Opportunities (Gelegenheiten, Chancen) des Unternehmens angesichts der Marktanalyse und
  • Threads (Bedrohungen, Risiken) des Unternehmens angesichts der Marktanalyse

zeichnen sich in der abschließenden Bewertung die Erfordernisse hinsichtlich zukunftsfähiger qualitätsgesicherter Standards und Managementsysteme ab. Jede Strategie fußt auf der sorgfältigen Analyse von Makroumfeld (politisch-gesellschaftliche und global-wirtschaftliche Entwicklungen), Mikroumfeld (Stakeholder, Konkurrenz) und aktueller Aufstellung des Unternehmens (Produktportfolio, EBITDA, Personal). Im Abgleich dieser beobachteten Faktoren zeigen sich die Stärken und Schwächen des Unternehmens: Welche Risiken, aber auch welche Chancen liegen für das Unternehmen im Abgleich von Marktumfeld mit dem Gesamtportfolio? Sämtliche Überlegungen münden in strategische Handlungsoptionen.